01.06.2007

Dirty Linen (USA)

#130 Juni/Juli ´07

ULMAN Vibes [Heideck/Loewenzahn Deutschland LC 01955 (2006)]

Vibes schwirrt einem um den Kopf herum wie eine gigantische Biene. Das ist in diesem Fall allerdings eine gute Sache und ein Zeichen des Fortschritts, den das deutsche „New-Folk“-Quartett von Andreas, Johannes und Till Uhlmann sowie Uli Stornowski in den 10 Jahren seit ihrem letzten Album gemacht haben. Das Summen kommt teilweise von der etwas ungewöhnlichen Instrumentierung der Gruppe mit ihren schnarrenden Drehleier-Sounds, Akkordeon, Posaune und Drums (etwas Geige, Bratsche, Flöte und einige Samples würzen das Ganze maßvoll.) Für den Rest ist das lebhafte Tempo dieser Instrumentalstücke und das freimütige Verschmelzen von Stilistiken und Einflüssen verantwortlich. Obwohl Vibes mit „Farmors Brudpolska“ recht bukolisch (ländlich-einfach, d. Red.) und traditionell beginnt (und mit einem Hidden Track endet), ist es lediglich eine Sache von wenigen Sekunden, bevor die Band in das funky „Filz“ übergeht. Von hier aus ist es nur noch ein kleiner Schritt zum Trip-Hop-angehauchten „Quann Cy Mûl Mouche“, dem treffend betitelten „Popsong“ und einer crunchy ULMAN-meets-Zeppelin „Fiddle Execution“. ULMAN machen ihre Sache mit Können und künstlerischer Begeisterung, sie bringen alles ein, angefangen bei der klassischen Ausbildung über die Erfahrungen als Straßenmusiker bis hin zum Selbststudium mittelalterlicher Musik. Vibes empfiehlt sich für jeden, der seine Folkmusik mit etwas außergewöhnlicher Würze mag.

(CHe)